Volksabstimmung im Saargebiet 1935

Gerhard Simon

Die Propagandakarte, geschrieben am Tag der Volksabstimmung am 13. Januar 1935, portogerecht frankiert mit der 40C-Freimarke zur Volksabstimmung 1935, abgestempelt am 14.1.35 in Saarlouis, gibt die damalige Stimmungslage im Deutschen Reich deutlich wider.



Auf der Postkarte ist vorgedruckt: der erste Wunsch im neuen Jahr: nix wie hemm! Die Bildseite zeigt den Weg in das vom Hakenkreuz bestimmte Reich. (90,2 % der Wahlberechtigten stimmten für Deutschland)

Nach dem Wiener Kongress wurde das Saargebiet Teil der preußischen Rheinprovinz. Der Versailler Friedenvertrag vom 14.1.1920 stellte das Saargebiet unter die Verwaltung des Völkerbundes, nicht ohne es um Teile der bayrischen Pfalz zu erweitern. Er bestimmte u.a., dass nach 15 Jahren eine Volksabstimmung über die endgültige Staatszugehörigkeit entscheiden sollte.

Der Völkerbund nahm seine Verwaltung am 25.2.1920 auf. Das Eigentum der 66 Steinkohlengruben ging an Frankreich. Am 30.4.1921 wurden alle Briefmarken in Pf-Währung ungültig. Der Franc wurde ab 1923 alleiniges Zahlungsmittel.

Im Zuge der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund im Jahre 1926 versuchten die Außenminister Frankreichs und Deutschlands Briand und Stresemann im Rahmen einer Französisch-Deutschen Gesamtlösung, die Rückgliederung des Saargebiets. Das Vorhaben scheiterte an innen- und außenpolitischen Widerständen.

Am 1.3.1935 wurde das Saargebiet an Deutschland zurückgegeben.

Quellen:
Michel-Katalog Deutschland Spezial, Brockhaus Enzyklopädie

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