Brief aus dem Deutsch-französischen Krieg von 1871 mit Doppelfrankatur

Gerhard Simon

Am 18. Juli 1870 hatte der französische König Napoleon III. dem Norddeutschen Bund den Krieg erklärt. Nach schnellem Vormarsch der vereinigten deutschen Truppen gab das Generalpostamt in Berlin für den zivilen Postverkehr in den besetzten Gebieten durch die neu gegründete „Administration der Posten“ bereits am 10. September 1870 Briefmarken in Frankenwährung, sog „Okkupationsmarken“ heraus, die im unbesetzten Frankreich nicht anerkannt wurden.

Brief vom 17. Oktober 1871 von Mühlhausen nach Lille. Die Nachfrankatur erfolgte am gleichen Tage in Belfort. Eingang in Lille über Paris am 18.10.71.




Ausschnitt der Rückseite

Der Norddeutsche Bund erkannte wiederum französische Frankaturen in die besetzten Gebiete nicht an. Es entstanden die sog. „Doppelfrankaturen“. Der Postaustausch erfolgte bis zum 24.3.1871 über Belgien, die Schweiz und vereinzelt über England. Danach kam es zur direkten Postübergabe meist in der Frontstadt Belfort. Erst mit dem Inkrafttreten des Deutsch-französischen Postvertrages im Mai 1872 normalisierte sich der Postverkehr zwischen dem inzwischen gegründeten Deutschen Reich und Frankreich, Ende des Postkriegs!

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